Durch die Quadrate | 13. Mai 2020 | Daniel Adler

Durch Quadrate mit Boris Antic

„Essen ist da.“

Dieser Satz bekommt bei Boris Antic eine ganz neue Bedeutung. Wie man als Gastronom in Zeiten von Corona kreativ werden kann, zeigt Boris mit seinen Restaurants. Von den eigentlich vier Restaurants – die Bokeria, die Heimat, der Cornelienhof und das Hüftgold – laufen die Bokeria und die Heimat unter der Leitung von Boris. Normalerweise trifft man ihn in einem dieser Restaurants. Seit Anfang Februar jedoch, bereits einige Wochen vor den Corona-Maßnahmen und -Beschränkungen, blieben viele Gäste fern, weshalb Boris andere Vertriebswege suchen musste.

„Anfangs kam die Frage auf, machen wir überhaupt Lieferservice, rechnet sich das wirklich?“

Boris war es ein besonderes Anliegen, auch in der Krise seinen Teams, auf die er sich immer verlassen kann, die Gehälter zu sichern. Und es ging natürlich darum, die Gäste weiterhin mit der gewohnten Qualität verwöhnen zu können.

Wir kennen das Szenario alle. Abends auf der Couch, zu bequem, um sich für ein paar Stunden in die Küche zu stellen, zücken wir das Handy und suchen den schnellstmöglichen Lieferservice. Wer damit normalerweise Fast Food in Verbindung bringt, dem wird dank Boris eine ganz neue Art des Lieferservices geboten. So entstand das Konzept des Premium-Lieferservices.

Um seine Kunden optimal bedienen zu können, hat sich Boris für Gerichte entschieden, bei denen die Qualität nicht unter dem Transport leidet. Die Gäste wurden von Anfang an mit einbezogen und konnten darüber abstimmen, welches Gericht sie präferieren. Das Essen wird täglich von 17 bis 21:30 Uhr ausgeliefert oder kann von den Gästen persönlich abgeholt werden.

„Die ersten vier bis fünf Kunden bekommen das Essen rein elektrisch geliefert, so lange der Akku eben reicht.“

Der Inhaber der Bokeria Mannheim hat uns einen Tag lang auf seiner Tour mitgenommen und uns gezeigt, mit wie viel Spaß ein Lieferservice verbunden sein kann. Durch das persönliche Ausliefern bleibt der enge Kontakt zu den Kunden erhalten, was auch für die Zeit nach Corona eminent wichtig ist. Alle Mitarbeiter der beiden Restaurants arbeiten zwar wie gewohnt, aber zurzeit nur in der Bokeria, wobei das Serviceteam zusammen mit Boris den Lieferservice übernimmt.

Die Hygienevorschriften werden dabei natürlich eingehalten und oberstes Ziel bleibt, auch weiterhin den Kunden den gewohnten Service zu bieten. Boris und sein Team lassen sich auch durch Corona die Freude und den Spaß an ihrem Beruf nicht nehmen. Im Gegenteil, Boris zeigt, wie man in Krisensituationen mit Flexibilität, Souveränität und Kreativität bestmögliche Ergebnisse generieren kann.

„Wir stecken nicht den Kopf in den Sand. Es gibt Chancen, die muss man ergreifen. Erst durch das Ausprobieren kann man sehen, ob es funktioniert.“

Für die Gäste, die normalerweise vor Ort verwöhnt werden, ersetzt von nun an eine Box den Teller. Mit einem einfachen Sticker auf der Box mit der Aufschrift „Mit viel Liebe und Leidenschaft für Dich handgemacht“ gelingt Boris wieder der entscheidende Unterschied. Das liebevoll angerichtete Essen in der Box gibt dem Gast das Gefühl, als säße er im Restaurant. Boris liefert nicht nur qualitativ hochwertige Speisen, sondern auch sein Lächeln und das seiner Mitarbeiter.

Ob das Essen nur ein paar Meter von der Küche bis zum Tisch oder eben ein paar Kilometer zurücklegen muss, spielt dabei keine Rolle. Wer einmal eines seiner Restaurants besucht hat, weiß, wovon wir sprechen. Und genau das macht das Konzept des Premium-Lieferservices so besonders.

Außerdem bietet Boris seit einigen Tagen auch den Cocktail in der Tüte an: Die Zutaten wie zum Beispiel der Brockman Smooth Gin, die geeisten Himbeeren und natürlich Eiswürfel werden eingeschweißt und zusammen mit einer kleinen Flasche Tonic Water geliefert. So kann man sich ab sofort seinen Gin Tonic selber mischen – mit dem perfekten Mischungsverhältnis, ohne die Zutaten oder das Rezept extra besorgen zu müssen.

Ob sich die harte Arbeit für den Premium-Lieferservice auszahlt und dieser von Dauer sein wird, muss die Zukunft zeigen. Wichtig ist in jedem Fall, dass einerseits die Mitarbeiter mit ihrem Lohn nach Hause gehen können und andererseits die Gäste auch in dieser Krisenzeit mit gewohnt guter Qualität und liebenswertem Service verwöhnt werden.

by Daniel Adler

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